Eine allergische Reaktion kann ganz unterschiedlich aussehen. Manche Menschen bekommen nur Juckreiz oder einen Ausschlag. Andere entwickeln plötzlich Atemnot, Schwellungen oder Kreislaufprobleme. Genau deshalb ist es wichtig, die Beschwerden schnell richtig einzuordnen und ruhig zu handeln.
In diesem Beitrag lesen Sie, welche ersten Schritte bei einer allergischen Reaktion wichtig sind, woran Sie einen Notfall erkennen und was in Österreich im Ernstfall sofort zu tun ist.
Erste Hilfe bei allergischer Reaktion
Woran Sie eine allergische Reaktion erkennen
Eine allergische Reaktion kann sich zum Beispiel durch Juckreiz, Hautrötung, Nesselausschlag, Schwellungen, Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall bemerkbar machen. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn Atemnot, pfeifende Atmung, Schwellungen im Gesicht oder an der Zunge, Probleme beim Sprechen oder Schlucken, starker Schwindel, Verwirrtheit oder Bewusstseinsverlust dazukommen. Dann kann eine schwere allergische Reaktion, also eine Anaphylaxie, vorliegen.
Diese ersten Schritte sind sofort wichtig
Bleiben Sie möglichst ruhig und beenden Sie den Kontakt mit dem vermuteten Auslöser, wenn das ohne weiteres Risiko möglich ist. Bei einem Insektenstich sollte der Stachel, wenn er noch sichtbar ist, entfernt werden. Beobachten Sie die betroffene Person genau. Wenn ein ärztlich verordnetes Notfallset mit Adrenalin vorhanden ist und eine schwere Reaktion vermutet wird, sollte die Autoinjektion sofort verwendet werden. Bei leichteren Beschwerden können je nach Situation Antihistaminika helfen, aber sie sind nicht die wichtigste Maßnahme bei einer schweren Reaktion.
Wann es ein echter Notfall ist
Rufen Sie in Österreich sofort 144, wenn Atemprobleme, Schwellungen von Mund, Gesicht oder Zunge, Schluckbeschwerden, starke Kreislaufprobleme, Ohnmacht oder rasch zunehmende Beschwerden auftreten. Die betroffene Person sollte möglichst nicht aufstehen oder herumgehen. Bei Kreislaufproblemen ist eine Rückenlage mit hochgelagerten Beinen sinnvoll. Wenn starke Atemnot besteht, ist eine sitzende Position mit ausgestreckten Beinen meist besser. Wenn nach einigen Minuten keine Besserung eintritt und eine zweite verordnete Adrenalin-Autoinjektion vorhanden ist, kann eine weitere Dosis nötig sein.
Was tun, wenn die Person zusammenbricht?
Ist die betroffene Person nicht ansprechbar und atmet nicht normal, müssen Sie sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Warten Sie dann nicht einfach auf Hilfe, sondern starten Sie umgehend mit Herzdruckmassage, bis der Rettungsdienst eintrifft. Wenn die Person bewusstlos ist, aber normal atmet, sollte sie in eine sichere Seitenlage gebracht und laufend beobachtet werden.
Was nach der akuten Reaktion wichtig ist
Auch wenn sich die Beschwerden wieder bessern, sollte eine schwere allergische Reaktion immer medizinisch abgeklärt werden. Nach einer Anaphylaxie können Symptome erneut auftreten. Wer bereits einmal stark reagiert hat, sollte die Auslöser möglichst genau ärztlich abklären lassen und besprechen, ob ein Notfallset nötig ist. Wenn es sich nicht um einen akuten Notfall handelt, kann in Österreich auch die Gesundheitsberatung 1450 eine erste Orientierung geben.
FAQ zu allergischen Reaktionen
Was ist der erste Schritt bei einer allergischen Reaktion?
Wichtig ist, ruhig zu bleiben, den möglichen Auslöser zu stoppen oder zu meiden und die Beschwerden genau zu beobachten. Danach kommt es darauf an, ob es sich eher um eine leichte oder eine schwere Reaktion handelt.
Wann ist eine allergische Reaktion ein Notfall?
Ein Notfall liegt vor allem bei Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder an der Zunge, Schluckproblemen, Schwindel, Ohnmacht oder rasch zunehmenden Beschwerden vor. Dann sollten Sie sofort 144 rufen.
Hilft ein Antihistaminikum immer?
Antihistaminika können bei leichteren allergischen Beschwerden helfen. Bei einer schweren allergischen Reaktion mit Atem oder Kreislaufproblemen ersetzen sie aber nicht Adrenalin.
Was tun, wenn ein Adrenalin Pen vorhanden ist?
Wenn eine schwere allergische Reaktion vermutet wird, sollte der verordnete Adrenalin Autoinjektor so schnell wie möglich angewendet werden. Danach muss sofort der Notruf verständigt werden.
Kann sich eine leichte Reaktion verschlimmern?
Ja. Auch anfangs mild wirkende Beschwerden können rasch stärker werden. Deshalb ist es wichtig, die betroffene Person genau zu beobachten und bei Verschlechterung sofort Hilfe zu holen.
Fazit
Bei einer allergischen Reaktion zählt vor allem, Beschwerden rasch richtig einzuordnen. Leichte Symptome sollten ernst genommen und beobachtet werden. Bei Atemnot, Schwellungen, Kreislaufproblemen oder Bewusstseinsstörungen ist sofortiges Handeln nötig. Dann gilt: Adrenalin anwenden, 144 rufen, richtig lagern und im Notfall mit Wiederbelebung beginnen.
















